Der Windpark im Münsterwald – Fakten und Hintergründe

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen.

(Chinesisches Sprichwort)

Faltblatt_Windpark_Münsterwald

Liebe Bürgerinnen und Bürger!

Die Stadt Aachen möchte die Windkraftnutzung ausbauen und sucht derzeit geeignete Gebiete für den Bau von Windkraftanlagen. Eine der zu prüfenden Flächen liegt im Münsterwald an der Himmelsleiter, kurz vor der Gemeindegrenze von Roetgen. Die Grünen in Aachen und Roetgen hatten sich gewünscht, dass dies ein gemeinsames Projekt wird, ein Gemeindegrenzen überschreitender Windpark. Die Gemeinde Roetgen könnte mit ein bis zwei möglichen Windkraftanlagen auf ihrem Gemeindegebiet in Kürze eine zu 100% mit Ökostrom versorgte Gemeinde werden.

Wir haben Ihnen hier einige Fakten und Antworten zusammengestellt auf häufig gestellte Fragen und häufig geäußerte Befürchtungen. Über die Quellenangaben, die hier mit entsprechenden Links hinterlegt sind, können Sie sich noch weitgehender informieren.

Für uns Grüne hat der Klimaschutz genauso wie der Natur- und Artenschutz einen hohen Stellenwert, weil der Erhalt und der Schutz unseres Planeten die Lebensgrundlage aller Menschen sichert. Der Bau von Windkraftanlagen kann erst nach einer genauen Untersuchung aller betroffenen Belange und nach sorgfältiger Abwägung zwischen Natur- und Artenschutz und den Auswirkungen auf Menschen und Landschaft erfolgen.

Letzten Endes muss aber von uns die Frage beantwortet werden, ob wir die Folgen und Kosten für unseren Lebensstandard und den damit einhergehenden hohen Energieverbrauch anderen aufbürden oder ob wir dafür selbst einstehen.

In diesem Sinne bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.

Sabine Göddenhenrich                          Christa Heners
UmweltausschussStadt Aachen           Gemeinderat Roetgen

 

Wird für den Windpark der ganze Münsterwald gerodet?

Die als Windenergiekonzentrationszone diskutierte Fläche im Münsterwald ist ca. 172 ha groß. Für die Errichtung von 10 Windkraftanlagen wird eine Fläche von ca. 2,5 bis 3 ha benötigt, das sind weniger als 2% des Münsterwaldes.
Auf einem Teil dieser Flächen können sich nach der Bauphase neue ökologische Strukturen entwickeln, die den Wald bereichern und dem Wild als Äsungsfläche dienen. Wie bei jeder Baumaßnahme werden auch für den Bau eines Windparks ökologische Ausgleichmaßnahmen festgesetzt.

Quelle: Stadt Aachen Änderung des Flächennutzungsplanes


Wird für den Windpark im Münsterwald intakter Naturwald geopfert?

Der Münsterwald besteht überwiegend aus Wirtschaftswald mit Fichtenmonokulturen. Es gibt dort einige schützenwerte Bereiche, wie z.B. ältere Buchenbestände oder das Feuchtbiotop am Haupterschließungsweg. Auf diese Bereiche wird die Feinplanung des Windparks Rücksicht nehmen. Angrenzende Naturschutzgebiete sind per Gesetz Tabuzonen für die Errichtung von Windkraftanlagen.

Quelle: Entwurf Windenergieerlass NRW
Luftbild Google Maps


Wie groß sollen die Windkraftanlagen werden?

Grundlage für die Planung der Stadt Aachen sind 10 Anlagen à 3 MW Leistung mit einer Nabenhöhe von 135,5 m und einem Rotordurchmesser von 100 m. Die Fundamente haben einen Durchmesser von ca. 20 m bei einer Tiefe von 3 m. Wie groß die Anlagen, die später gebaut werden sollen, dann tatsächlich sein werden, wird im Baugenehmigungsverfahren entschieden.
Die Auswirkungen auf das Landschaftsbild sind Gegenstand einer gesonderten Untersuchung. Ergebnisse liegen noch nicht vor.
Übrigens: Der nordrheinwestfälische Windkrafterlass verpflichtet Anlagenbetreiber zu einem vollständigen Rückbau der Anlagen und der Fundamente nach Ablauf der Nutzungsdauer.  Es entstehen keine Ewigkeitskosten wie beim Kohleabbau und keine strahlenden Endlager.

Quelle: Stadt Aachen, Stawag, Entwurf Windenergieerlass NRW

 

Werden für den Stromtransport Freileitungen gebaut werden?

Der Strom wird ausschließlich über Erdkabel transportiert, die entlang der Wege verlegt werden.

Quelle: Stawag

 

Werden die Windkraftanlagen Vögel und Fledermäuse erschlagen?

Windkraftanlagen haben Auswirkungen auf die Vogelwelt. Kollisionen einzelner Tiere mit Rotoren sind nicht auszuschließen. Das befürchtete Massensterben von Vögeln an Windkraftanlagen ist bisher nirgendwo eingetreten. Durch eine sorgfältige Standortauswahl können Störungen der Vogelwelt weitgehend minimiert werden. Zum aktuellen Planungsverfahren für den Windpark im Münsterwald gehören deshalb Untersuchungen zu möglicherweise gefährdeten Tierarten wie Vögel und Fledermäuse. Eine Beurteilung kann erst nach Abschluss der Untersuchungen erfolgen.

Quelle: Auswirkungen regenerativer Energiegewinnung auf die biologische Vielfalt am Beispiel der Vögel und der Fledermäuse… (NABU)
Günter Ratzbor: Windenergie in Landschaft und Natur – Ergebnisse der DNR-Studie “Windkraft im Visier” (Deutscher Naturschutzring)

 

Werden die Anwohner durch Schattenwurf, Lärmentwicklung und Eisschlag gefährdet?

Der Windenergieerlass des Landes NRW sowie das Bundesimmissionsschutzgesetz regeln die Abstände der Windkraftanlagen zur Bebauung, um Beeinträchtigungen für die Anwohner auszuschließen. Ein Vorteil von Waldstandorten liegt häufig in den größeren Abständen zur Wohnbebauung. Im Wald selber werden sowohl der Schattenwurf als auch die Geräuschemissionen der Windräder durch die Geräusche des Waldes und den bewegten Schattenwurf der Bäume relativiert.

Quelle: Entwurf Windenergieerlass NRW

 

Wird der Windpark gesundheitsschädlichen Infraschall aussenden?

Neben dem hörbaren Schall produzieren Windenergieanlagen durch die rotierenden Flügelbewegungen auch so genannten Infraschall. Dies ist ein sehr langwelliger, tiefer Schall, den man normalerweise nicht hören kann. Störungen des Wohlbefindens können auftreten, wenn der Infraschall an Aufenthaltsorten von Menschen den Pegel von 120 dB übersteigt. Dies kann z. B. in Werkshallen passieren, wo Klima- bzw. Belüftungsanlagen oder auch sonstige Industrieanlagen Infraschall produzieren. Der Infraschall von natürlichen Quellen, wie Wind oder Meeresbrandung erreicht nicht diese Lautstärke.

Das gilt auch für Windenergieanlagen: Bei Messungen in nur 100 bis 250 m Entfernung wurden bei extrem hoher Windgeschwindigkeit Werte im Bereich von 70 dB, bei normalen Windverhältnissen um 50 dB ermittelt. Dies liegt weit unterhalb der Hörschwelle des Menschen und damit sehr weit unterhalb der Beeinträchtigungsschwelle. Dagegen liegen die Innengeräusche eines Autos bei einer Fahrgeschwindigkeit von 100 km/h oder auf Pflasterstraßen deutlich höher und sind sogar im Infraschallbereich hörbar.

Quelle: Günter Ratzbor: Windenergie in Landschaft und Natur – Ergebnisse der DNR-Studie “Windkraft im Visier” (Deutscher Naturschutzring)
 

Wird der Windpark die Touristen auf dem Eifelsteig und auf der Vennbahnroute vertreiben?

Dass Touristen künftig Roetgen, den Eifelsteig und den Vennbahnradweg meiden werden, ist eine Behauptung, die nicht zu belegen ist. Zahlreiche Studien weisen nach, dass der Tourismus nicht unter dem Bau von Windkraftanlagen leidet. Regionen wie das Münsterland verfügen über viele Windparks und haben trotzdem einen florierenden Radtourismus. Urlauber, die als Wanderer oder Radfahrer unterwegs sind, haben oft auch persönlich ein großes Interesse an Klimaschutz und erneuerbaren Energien.

Die Besucherwindanlage in Aachen-Vetschau wird regelmäßig  von kleineren Gruppen besucht und bietet damit einen nachhaltigen touristischen Anziehungspunkt.

Quelle: Besucherwindanlage Vetschau und diverse Untersuchungen zum Thema Windkraftanlagen und Tourismus.

 

Wird der Windpark unsere Grundstücke entwerten?

Der Immobilienverband Deutschland teilt zu dieser Frage mit, dass negative Einflüsse auf die Immobilie durch eine Windenergieanlage per Gesetz grundsätzlich auszuschließen sind. Windkraftanlagen, die in Abstand von 300 – 500 m Entfernung zum Gebäude liegen, können eine Wertminderung auslösen. Der Verband schätzt diese auf -1 % bis -5 %.

Der geplante Windpark ist deutlich weiter von der Bebauung entfernt, so dass nicht mit einer Wertminderung zu rechnen ist.

Quelle: Immobilienverband Deutschland IVD, Sprengnetter (Hrsg.), Lehrbuch und Kommentar, Teil 10, Kap. 31 zu finden.

 

Wird der Windpark aus reiner Profitgier „um des schnöden Mammons willen“ gebaut?

Um die Klimaschutzziele von Bund, Land und Kommune erreichen zu können, müssen die erneuerbaren Energien massiv ausgebaut werden. Einen wichtigen, unverzichtbaren Beitrag dazu leistet die Windenergie.
Dass eine Kommune Pacht- und Gewerbesteuereinnahmen aus wirtschaftlichen Vorgängen und Gewinne aus ihren städtischen Unternehmen erzielt, ist ein ganz normales kommunales Geschäft. Diese Einnahmen kommen jedoch allen Bürgerinnen und Bürgern zugute und nicht den großen Energiekonzernen.

 

Können Erneuerbare Energien Kohle- und Atomstrom überhaupt ersetzen?

Zwei moderne Windkraftanlagen erzeugen jährlich schon mehr Strom, als alle 3600 Roetgener Haushalte verbrauchen. Die zehn im Münsterwald geplanten Anlagen werden 25-30.000 Aachener Haushalte mit Strom versorgen können.

Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) kommt in seiner neuesten Studie zu dem Ergebnis: 100 % Vollversorgung mit Strom aus erneuerbaren Energien ist möglich, sicher und bezahlbar!
Die Windkraft ist dabei ein Teil im erneuerbaren Energiemix aus Energieeffizienz, Wind, Sonne, Wasser und Biomasse. Dezentrale Erzeugung in vielen Anlagen, neue Speichertechnologien und „intelligente“ Stromabnahme garantieren die Versorgungssicherheit.

Quelle: Stadt Aachen
SRU: Wege zu 100 % erneuerbarer Stromversorgung, Januar 2011

9 Antworten auf Der Windpark im Münsterwald – Fakten und Hintergründe

  1. stephan berger sagt:

    das faltblatt ist gut gelungen, es fehlt m.e. aber noch ein wichtiges argument. da die verteilung der energie aus windkraft in norddeutschland bei hohem windaufkommen unsere netze schon stark belastet (und auch wg. der leitungsverluste) macht es sinn, einen windpark auch hier direkt vor unserer haustür zu haben.

    ausserdem glaube ich, dass es eine gute idee wäre, den aachener und roetgener bürgern eine lukrative beteiligung an dem windpark zu ermöglichen, vielleicht gekoppelt mit der option auf günstigen ökostrom aus der region :-)

    mfg
    stephan berger

    • admin sagt:

      Hallo, Herr Berger,

      vielen Dank für Ihre Zuschrift. Unser Faltblatt war ein erster Aufschlag, aus Platzgründen konnten nicht alle Fragen und Antworten aufgenommen werden. Wir werden auf dieser Seite eine Rubrik für weitere Fragen einrichten.
      Zum Vorschlag der Bürgerbetiligung: Nach Aussage von Frau Nacken im Roetgener Bauausschuss ist eine Beteiligungsmöglichkeit für die BürgerInnen am Windpark geplant.

      Freundliche Grüße
      Christa Heners

  2. guten tag,
    vielen dank für die initiative ihres prospektes – es wird endlich ergänzt/kompletiert was in den zeitungen ähnlich der vergangenen grundschulfrage in roetgen an sinnvollem und unsinnigen herumgeistert.

    ich hätte noch kleine fragen/ergänzungen :

    wäre das (wald)gebiet oberhalb roetgens /links der straße fringshaus-lammersdorf nicht geeigneter (windstärke/zuwegung etc.) als windkraftzone ?

    gäbe es nicht die möglichkeit eine bürgerbeteiligung mit anteilen an den roetgener wka ?

    müssen die wka s bei dieser höhe zwingend mit blitzlichtern ausgestattet werden – oder könnte dies den roetgenern erspart werden (meine einzigen bedenken zu dem windpark himmelsleiter).

    gibt es kein “abstandsmaß” zu einer belgischen staatsgrenze die das projekt (egal ob befürworter/gegner) kippen könnte.

    mfg
    dirk schneider

  3. Omi sagt:

    In diesen Tagen komme ich sehr schnell ins Gespräch mit wildfremden Menschen, meistens zum Thema Atompolitik. Oute ich mich als Roetgenerin stoße ich auf folgende Antworten: “Ah, das sind die, über die mal wieder die Presse berichtet, die sich so wehement ohne Diskussion gegen das Windparkprojekt stemmen”.
    oder: ” Wir hier in Lammersdorf haben zwei Windräder aufgrund privater bauernschlauer Initiative und sind stolz darauf”. oder “Ich komme aus einem Dorf, welches nun nicht mehr so existiert, ich komme aus dem Braunkohlegebiet. Wir mussten für die RWE unsere Heimat und unser Land aufgeben. Ich kann die Roetgener Windparkgegner nicht verstehen.” oder “Ich habe den Wisch im Laden unterschrieben, weil die mir weisgemacht haben, dass man den armen Roetgenern, die Windräder in den Naturpark Nordeifel stellen wollen. Nachdem ich gesehen habe, was die mir da vorgelogen habe, hätte ich lieber nicht unterschrieben”. oder ” Mich stören die Windräder nicht, ich sehe sie sogar gerne” oder eine Gruppe Schüler im Bus: ” Die Umwelt wird mehr durch Atomkraftwerke verschandelt als durch jedes Windrad”. Und so weiter………………… Meine Meinung: liebe Roetgener, besinnt euch eines Besseren, schließt Frieden mit dem Neuen und Ungewohnten und nehmt den Ökostrom an, auch den vor eurer Tür und lasst ihn in euer Haus. Lasst uns endlich aus der Wind-reichen Gegend sinnvollen Nutzen ziehen und jetzt schon die Weichen für unsere Enkel in die richtige Richtung stellen. Außerdem: ist es nicht sehr egoistisch den Menschen deren Häuser an der Autobahn stehen auch noch Windräder vor die Nase zu setzen, wenn diese angeblich so hässlich und störend sind? Ach, und Windräder auf den Lousberg???( Zeitungsartikel vom 18.3.2011, AN Eifel )Wer hat denn diese Löhrer/ Schneiders- Laus freigelassen????

  4. Steffen sagt:

    Alle die dagegen sind können ja dann abends Kerzen anmachen.

  5. Thomas Lux sagt:

    Überall kann man sie finden, die Unterschriftenlisten gegen den Windpark.
    Doch wohin kann man sich wenden, wenn man seine Stimme pro Windpark abgeben möchte?

  6. Ilona sagt:

    Hallo,
    unabhängig von den hier errötender Windkraft bei Aachen (von der ich zuvor nichts gehört habe ….vielleicht weil ich auf Reise war oder ich nicht genug interessiert :-( war) ist mein Gedanke der letzten Wochen dahin gegangen mein kleines Geld gerne in Windkraft zu investieren. Wird es möglich sein, dass Bürger aus der Region investieren können? Das wäre die 1. Anlage, außerhalb der konventionellen Anlage auf einem Konto, hinter der ich mit dem wenigen was ich angespart habe, stehen könnte. Ich denke, dass Bürger aus der Region gerne in eine solche Anlage investieren würden. Gibt es dazu schon Vorstellungen?

    Ich freue mich festzustellen, dass Ihr meine eigenen Vorstellungen schon angekurbelt habt.

    Klasse!

    Viele Grüße

    Ilona

  7. Thomas sagt:

    Ich kann mich der Frage von Ilona nur anschließen.
    Gibt es Planungen den Windpark als einen Bürgerwindpark zu finanzieren?

    Viel Glück bei der weiteren Umsetzung und hoffentlich noch viele weitere Windparks in naher Zukunft!

    Gruß
    Thomas

  8. Eschweiler, 05.12.2011

    ÖDP setzt sich für den Bau des Windparks am Münsterwäldchen bei Roetgen/ Eifel ein.

    Der Kreisverband Städteregion Aachen der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) setzt sich für den Standort Münsterwäldchen zum Bau des Windparks ein. „Die Argumente der Windparkgegner nehmen wir sehr ernst, doch bei genauerer Betrachtung können diese Argumente widerlegt werden“ so Rainer Buchholz, Vorsitzender des ÖDP Kreisverbandes Städteregion Aachen. So sei mit einer Wertminderung der Grundstücke, durch die große Entfernung zur örtlichen Bebauung nicht zu rechnen. Der Schattenwurf der Windräder werde durch den natürlichen Schattenwurf der Bäume relativiert. Ebenso würden Geräuschemissionen durch die natürlichen Geräusche des Waldes gemindert bzw. bei großer Windstärke werden die Eigengeräusche der Anlagen durch die Geräuschkulisse des Windes überlagert. Außerdem verweist die ÖDP darauf, dass Messungen an Windrädern ergeben haben dass in nur 100 m – 150 m Entfernung Geräusch Entwicklung und Infraschall unter der Beeinträchtigungsschwelle liegen. Freileitungen werden im konkreten Fall für den Windpark nicht errichtet, da der Strom durch Erdkabel entlang der Wege geführt wird. Hinsichtlich der möglichen Beeinträchtigungen für Fledermäuse sieht Arno Kohlert, Fledermausspezialist und Pressesprecher des ÖDP Kreisverbandes auch keine unüberwindlichen Hindernisse: „Aufgrund der Höhe der Anlagen besteht eine grundsätzliche Gefährdung lediglich für den Großen Abendsegler (Nyctalus Noctula). Dieser erreicht bei seinen Jagdflügen und saisonalen Wanderungen Flughöhen von über 50 Meter. Jedoch finden diese Flüge meist erst abends ab Sonnenuntergang und lediglich in den Monaten März bis Oktober statt. Eine eventuelle Abschaltung während der besonderen Gefährdungsphase könnte diese Probleme ganz beseitigen. Ich bin gerne bereit, ab März nächsten Jahres vor Ort nochmals eine Überprüfung der Fledermausvorkommen durchzuführen.“ Auch der letztlich in der Presse angegebene Kranichzug stellt nach einer Publikation der Arsus GmbH.-Landschaftökologie keine erhebliche Beeinträchtigung da.

    Die Hauptzugtage der Kraniche lägen in der Regel zwischen dem 9.10. und dem 15.11., wobei der genaue Termin nicht vorhersagbar sei und stark von der Witterung abhänge. Dieser finde in Höhen bis zu 2500 m statt. Ungünstige Witterungsverhältnisse wie Gegenwind, Regen und Nebel wirkten sich hemmend auf den Kranichzug aus. Unter diesen Bedingungen, bei niedrigen Wolkendecken und nachts könne der Zug in niedrigen Höhen (ab 50 m) stattfinden. Solche Zugsituationen werden aber vermieden und träten daher nur selten auf. Auch hier wäre ggf. eine zeitweise Abschaltung möglich und angezeigt.

    „Ein eindeutiger Vorteil des Windparks ist es, das 40.000 Haushalte zu 100% mit erneuerbarer Energie versorgt werden können“ so Rainer Buchholz weiter. „Die ÖDP unterstützt den dezentralen Ausbau von Wind und Solarenergie. So kann durch die dezentrale Nutzung der Windkraftanlagen in Waldgebieten die Bedarfsdeckung an erneuerbaren Energien erfüllt werden“. Des Weiteren könne der Energiebedarf durch Anlagen in der Nordsee nur zu 6 % gedeckt werden. Diese Anlagen würden aufgrund der hohen Investitionskosten wieder von Großkonzernen errichtet, die ihre Monopolstellung erhalten wollen. Dem setzt die ÖDP eine dezentrale, verbrauchernahe Energieversorgung aus Solar- und Windenergie und der Nutzung der Erdwärme entgegen, die auch ohne überdimensionierte Speicherkapazitäten auskommt.