Wenn der Wind des Wandels weht…

Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen Windmühlen.

(Chinesisches Sprichwort)

Noch vor wenigen  Tagen hätte ich mir nicht (alp)träumen lassen, welch aktuellen Bezug mein geplanter Artikel haben würde. Eigentlich wollte ich ja nur über Windkraft schreiben.

Vermutlich wird sich auch nach der neuesten  unvorstellbaren Katastrophe nicht viel ändern. Wie viel Leid muss denn noch geschehen, damit ein Umdenken stattfindet?

Unser verehrter Umweltminister hatte doch tatsächlich die Stirn, sich hinzustellen und vor einer Kernschmelze zu warnen. Wie war das noch gleich? Wer hat die Verlängerung der Laufzeiten beschlossen?  Angeblich sind japanische Kernkraftwerke die sichersten der Welt, na beruhigend, dann ist es ja nur eine Frage der Zeit, bis ein noch größeres Unglück passieren wird. Unglück?  Ist das nicht das Gegenteil von Glück? Aber ein Reaktorunfall ist kein Unglück, er ist einfach nur eine statistische Größe, die irgendwann eintritt.

Viele deutsche Atommeiler sind bekanntlich überaltert  und meist weder für Erdbeben noch für einen Flugzeugabsturz ausgelegt. Ach was, es wird schon gutgehen, bisher sind die radioaktiven Wolken doch weit, weit weg.

Wir hier, wir haben doch ganz andere Probleme. Wie sollen wir es nur ertragen, dass unser schöner Münsterwald, in dem tausende und abertausende Menschen sich erholen, dem schnöden Mammon geopfert wird. Wie sollen wir es ertragen, wenn wir – uns verrenkend – aus unserem  Fenster oder Auto schauen und auf diese unerträglich hässlichen Windgiganten blicken müssen.

Nun bin ich doch, weil ich so ein sensibles Gemüt habe, extra in die Eifel gezogen, um weder Kraftwerke noch Industrieanlagen noch riesige Löcher im Boden ertragen zu müssen, da erdreisten sich  diese Aachener, über die Nutzung ihres Grund und Bodens selber zu entscheiden und ihre Windräder, die das Stadtsäckle füllen sollen, einfach an den äußersten Rand ihres Stadtgebietes zu stellen.

Vielleicht, vielleicht sind ja die Aachener so weise wie einst die Chinesen? Haben sie doch das ehrgeizige Ziel, die Klimaschutzziele von Bund und Land nicht nur zu erreichen, sondern sogar zu überbieten. Denn langfristig soll zu der 40%-igen CO2 Reduktion eine Energieversorgung aus 100 %  erneuerbaren Energien hinzukommen.

Die Grünen in Roetgen hatten eine Vision.  Mal angenommen, wir beteiligten uns an dem Aachener Projekt und setzten auf Roetgener Gebiet noch zwei Windräder dazu? Diese Windräder würden bei einer Nennleistung von 3 MW ca. 7 bis 9 Mio kWh sauberen Strom pro Jahr erzeugen. Wenn ich nur von 1500 kWh pro Person und Jahr ausgehe, dann verbrauchen wir bei ca. 8.500 Einwohnern ca. 12 Mio kWh. Zwei dieser Windräder würden also ausreichen, um unseren gesamten Strombedarf zu erzeugen.  Wäre das nicht eine wunderbare Vorstellung? Dies  insbesondere vor dem Hintergrund, dass  Roetgen hinsichtlich erneuerbarer Energien bisher gar nichts zu bieten hat. Unsere Nachbarkommunen sind da erheblich weiter.

Gudrun Meßing, Ratsmitglied in Roetgen

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